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Die Bestie von Gevaudan

Gevaudan
Abb. 1: Darstellung der Bestie von Gévaudan

Die Bestie von Gévaudan wurde erstmalig in Berichten des Jahres 1764 erwähnt. In ihnen wurde berichtet, Zivilisten seien in Südfrankreich von einer wolfähnlichen Kreatur angefallen und massakriert worden. Die erste Begegnung mit ihr habe eine Frau beim Hüten ihres Viehs gehabt. Ihre Hunde hätten bei dem Anblick der wolfsähnlichen Kreatur, die die Größe eines Esels eingenommen habe, sofort die Flucht ergriffen. Alleine die Ochsen der bedrohten Frau vertrieben mit ihren Hörnern das ungewöhnliche Tier vom Schauplatz des Geschehens und retteten ihr das Leben.

Nach dieser ersten Begegnung begann die Kreatur schließlich Frauen und Kinder zu töten. In über 60 Fällen, hatte sie Herz und/oder andere lebenswichtige Organe ihren Opfern aus dem Leib gerissen. Als die Brutalität der Angriffe zunahm, begannen die Bauern zu spekulieren, ob die Kreatur nicht ein loup-garou, ein Werwolf, sei. Es begannen sich Berichte zu häufen, in denen erzählt wurde, dass die Bestie nachts um die Häuser schleichen würde und die schlafenden Hausbewohner beobachte. Viele Menschen trauten sich daraufhin nachts nicht mehr ihr Haus zu verlassen.

Nachdem zwei Kinder bestialisch zugerichtet tot aufgefunden worden waren, wandte man sich hilfesuchend an den Versailler Königshof. Daraufhin entsandte König Ludwig XV. einen starken Truppenverband unter Führung von Captain Duhamel in die entlegene Region.
Obwohl die Truppen oft mit der Kreatur in Kontakt kamen, war es ihnen nicht möglich, sie zu töten. Soldaten legten sich gar als Frau verkleidet auf die Lauer, da man glaubte, die Bestie würde nur leichte Beute attackieren.
Schließlich wurden die zuvor entsandten Truppen wieder abgezogen und kehrten wieder in ihre Kasernen zurück, da keine weiteren Übergriffe mehr zu verzeichnen waren.

Jedoch fing der Spuk von neuem an, kurz nachdem die Truppen abmarschiert waren, und es dauerte nicht lange, bis eine hohe Kopfprämie auf die mordende Bestie ausgesetzt wurde. Viele Jäger folgten dem Lockruf des Geldes und versuchten, der Bestie habhaft zu werden und sie zu töten. Mehrere hundert Wölfe fielen den Bemühungen der Jäger zum Opfer, gleichwohl sich die Anzahl ermordeter Kinder und das Maß an Brutalität der Bestie zu erhöhen schien.

Gevaudan 2
Abb. 2: zeitgenössische Szenendarstellung

Im Juni 1767 versammelte der Marquise d'Apcher eine Schar aus Hunderten von Jägern und Spurenlesern um sich, um der Bestie endlich den Garaus zu machen. Die Jagdgesellschaft teilte sich in viele kleine Gruppen auf und durchkämmte systematisch das Land.
Jean Castel, der seine Waffen mit Silber-Kugeln geladen hatte, fand die Kreatur dann in einem Wald und schoss zwei Mal auf sie. Die zweite Kugel traf das Untier mitten ins Herz und tötete es auf der Stelle.
Die darauffolgende Obduktion des Kadavers brachte die sichere Erkenntnis, dass die Bestie endlich erlegt war, denn man fand in ihrem Magen die Überreste eines kleinen Mädchens. Noch wochenlang wurde der Kadaver des erlegten Tieres zur Präsentation durch das Land gefahren, um das Ende der Bestie zu feiern.

Spätere Untersuchungen haben nachgewiesen, dass die beschriebenen Ereignisse tatsächlich so geschehen sind. Kryptozoologen kamen nach reiflicher Prüfung der Obduktionsurkunden zu dem Schluss, dass es sich bei der Bestie von Gévaudan um einen stattlichen Wolf gehandelt haben muss.

 

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